Dewdrop

Druide/Shifter

Description:

Ein naturverbundener Zauberkundiger, dessen Weisheit nur seiner verschrobenen und dezent paranoiden Art nachsteht.

Bio:

Obwohl seine Eltern, Eiche (ein Shifter mit der Gestalt eines Hund-Mannes) und Nebel (eine Shifterin mit der Gestalt einer Vogel-Frau), schon vor seiner Geburt aus den Heimgesuchten Landen (plaguewrought lands) nach Ormpetarr flohen, trägt auch Dewdrop seit er auf der Welt ist das Mal dieses Ortes: sein Aussehen gleicht dem einer Abart der Natur, einer Abnormität; nicht Mensch, nicht Insekt, und doch beides in ihm vereint. So zieren seine hauptsächlich menschliche Gestalt eine grünliche, harte Haut, reinschwarze Augen und krallenbehaftete Hände, denen von Maikäfern gleich. Die Anwohner Ormpetarrs, denen die Veränderungen, die die Magische Heimsuchung über das Land brachte, nur zu gut bekannt waren, betrachteten Dewdrop stets mit einer Mischung aus abschätzigem Gleichmut und gieriger Berechnung; schließlich waren Mutationen wie diese überaus selten und wurden von Zauberern und Gelehrten weithin mit Interesse studiert. Nur den imposanten und wilden Erscheinungen seiner Eltern, in Verbindung mit zwei Zwischenfällen, in denen die beiden mit Nachdruck und Klauen ihren Sohn gegen übereifrige Händler verteidigten, war es zu verdanken, dass Dewdrop trotz allem unbeschadet aufwachsen konnte, wenngleich der Preis dafür Anfeindungen und Isolation von den übrigen Bewohnern war.
Durch diese Umstände begann Dewdrop, den “intelligenten” Völkern zunehmend den Rücken zu kehren und seine Zeit mit der Erkundung des Chondalwaldes zu verbringen. In dessen Tiefen lernte er im Alter von 12 Jahren bei einem seiner Streifzüge einen Mann kennen, einen Einsiedler, der in einer Höhle im Boden hauste. Dieser Umstand allein weckte seine Neugier, und er fragte nach dem Grund für diese kuriose Unterkunft. Der Einsiedler stellte sich ihm als Augustus Menrahn vor, ein Druide, der sich dem Schutz dieses Waldes verschrieben hat. Er erzählte ihm Geschichten von Tieren und Pflanzen, die denken und fühlen könnten, von Drachen, mit denen er geplauscht und von Orten, die er bereist hatte. Der junge Shifter war verzückt über diese Seite der Natur, die er nie zuvor so gesehen hatte, und drängte den alten Mann mit Fragen, weiter zu erzählen, bis tief in die Nacht hinein. Als dieser ihn schließlich fort schickte, bat er ihn, am nächsten Tag zurück kommen zu dürfen, und Augustus, der nie einen solch warmen Blick aus Insektenaugen für möglich gehalten hätte, gestattete ihm die Rückkehr. Zwei Wochen lang kam der Junge jeden Tag wenn die Sonne im Zenit stand und ging, wenn der letzte Schein des Abendrotes den Wald beleuchtete. Nach diesen zwei Wochen machte der Hermit Dewdrop, dessen Neugier und Empathie ihm imponierten, Dewdrop ein Angebot: er würde ihm die Geheimnisse der Natur beibringen, sofern er dies wollte. Freudestrahlend rannte der Junge, viel früher als gewöhnlich, zurück ins Dorf und in die Mühle, wo sich seine Eltern für einen Hungerlohn verdingten, und verkündete die frohe Neuigkeit. Zunächst widerwillig bei dem Gedanken, ihren einzigen Sohn nun schließlich gänzlich aus ihrer Obhut zu entlassen, hatten sie seinem Enthusiasmus lezten Endes nichts entgegen zu setzen und stimmten unter der Bedingung zu, ihn am nächsten Tag persönlich bei Augustus abliefern zu dürfen. Als der nächste Morgen graute, hatte Dewdrop bereits seine wenigen Habseligkeiten gepackt und führte seine Eltern in die Tiefen des Waldes. Dort wurde die kleine Familie vom Einsiedler und einem anderen Jungen erwartet. Der Unbekannte wirkte ein wenig älter als Dewdrop selbst, gab sich betont selbstsicher und war offensichtlich ebenfalls ein Shifter, einer in Gestalt eines Raubvogels. Augustus stellte ihn als seinen ersten Lehrling, Eule, vor und erklärte Dewdrop, dass er auf ihn hören soll, da er den Anfang seiner Ausbildung übernehmen würde. Die nächsten Jahre zogen im Allgemeinen friedfertig ins Land: Dewdrop erwies sich als gelehriger und eifriger Schüler, der die Lektionen, die er von eule erhielt, begierig aufsog und diesen, zum Leidwesen des anderen Jungen, langsam aber stetig überflügelte. Augustus war voll des Lobes und übernahm es bald selbst, Dewdrop zu lehren. Er zeigte ihm die Kunst der Verwandlung, die der Junge nutzte, um sich vor Menschen als Mensch und vor Tieren als Tier auszugeben. Getrieben von der Eifersucht des alten Schülers auf die raschen Fortschritte des neuen entwickelte sich zwischen den beiden Lehrlingen bald ein eisiger Konkurrenzkampf, der im Laufe der Zeit zu einer offenen Feindschaft der Jungen wurde. Immer wieder stellte Eule Dewdrop immer gemeinere und zunehmend gefährliche Fallen, immer wieder hängte Dewdrop Eule in seinen Fortschritten ab und immer wieder rief Augustus zur Mäßigung, bis die Situation am Abend von Dewdrops 13. abgeschlossenem Lehrjahr, als der Einsiedler verkündete, dass Dewdrop dereinst seinen Platz im Wald einnehmen solle, eskalierte. Zornesrot im Gesicht stürzte sich Eule auf Dewdrop und brachte ihm tiefe Wunden bei. Vom Angriff überrascht stürzte Dewdrop, unfähig sich gegen den Ansturm seines Rivalen zu verteidigen, und verlor das Bewusstsein. Als er wieder zu sich kam fand er sich gefesselt und geknebelt. Eule stand mit dem Rücken zu ihm und kramte in der Bodenhöhle des Einsiedlers herum. Und als er seinen Blick suchend wandern lies, sah Dewdrop seinen Mentor unweit daneben regungslos im Dreck liegen, eine große Blutlache breitete sich von seinem Kopf aus, ein schwerer, scharfkantiger Stein rot bespritzt daneben liegend. Das Grauen erfüllte dewdrops Kopf, doch es währte nur kurz; es wurde fortgespült von blanker Angst, als Eule sich mit einem Fläschchen zu ihm umdrehte. Er zerrte den Gefesselten auf die Beine, schob und schubste ihn durch den Wald, und bald erkannte Dewdrop das Ziel der Reise: die Grenzen der Heimgesuchten Lande kamen langsam in Sicht. Unförmige, verschwommene Gestalten bewegten sich hinter dieser Grenze, durch die man nicht klar sehen konnte. Es sah aus, als würde ein Schleier aus blauem Feuer das Gebiet umgeben, die Außenwelt von seinem verderblichen Einfluss abschirmen. Eule brachte Dewdrop bis direkt vor die Grenze, flößte ihm den Inhalt des Fläschchens in den Mund ein und drückte ihm Mund und Nase zu, sodass er gezwungen war, den Inhalt zu schlucken. Mit einem letzten höhnlischen Lachen löste Eule die Fesseln und schmiss Dewdrop mit der Kraft eines Bären durch die Grenze. Die Wirkung des Giftes setzte sofort ein. Unerträgliche Schmerzen breiteten sich in jeden Winkel seines Körpers aus, Halluzinationen von Orten, Dingen und Stimmen, vermischt mit der Fremdartigkeit und Verdorbenheit seiner Umgebung, raubten ihm die Orientierung und, im Verlauf von Stunden, Minuten, Sekunden oder Jahren, Teile seines Verstandes, bis ihn schließlich die Gnade der Ohnmacht umfing. Als er erwachte befand sich Dewdrop noch immer am Rand der Heimgesuchten Lande. Er rannte, so schnell ihn die wackeligen Beine trugen, durch die substanzlose Barriere, durch den Wald, bis hinein in das Lager des Druiden. Dort kramte er seine Sachen zusammen und nahm sich alles, was er benötigte, um… um… um was? Er hielt inne. Er wusste es nicht mehr. Er kannte seinen Namen, er wusste das, was ihm gelehrt wurde, er sah den Toten vor sich liegen. Er kannte sich im Wald aus, doch er wusste weder von seiner Vergangenheit, noch davon, was er eigentlich tun wollte. Oder wieso sein Mentor tot am Boden lag. Nur langsam kristalisierte sich ein Name in seinem Verstand:
Eule.

Er wusste, was er zu tun hatte. Er schulterte sein Bündel und zog los, mit dem festen Ziel, den Wald zu verlassen und so weit zu reisen, wie es ihn möglich wahr. Und das so schnell, wie es ihm möglich war. Denn eines ist sicher, wie ihm das vielstimmige Rufen und Schuhuen aus dem Wald um ihn herum zeigte, und wie er noch oft in den nächsten 37 Jahren feststellen sollte :

Die Eulen sind überall. Und sie sind böse.

Dewdrop

Heroes for Hire - Das B-Team KahiElder